Tagesgeld nennt sich eine Anlageform, bei der der Anleger sein Kapital auf einem Tagesgeldkonto einzahlt und dort für jeden Tag der Anlagedauer Zinsen erhält. Tagesgeld Zinsen werden jedoch nicht an jedem Tag gutgeschrieben, die Gutschrift der Zinsen erfolgt aber auch nur in seltenen Fällen einmal Jahr. Bei den meisten Tagesgeldkonten erfolgt die Gutschrift der Zinsen quartalsweise oder monatlich. Somit ist das Tagesgeld eine Geldanlage, bei der die erzielten Zinsen deutlich früher und öfter verfügbar sind als bei anderen Anlageformen. Das Tagesgeld trägt seinen Namen aber dennoch zu Recht, wird doch jeder Tag an dem das Kapital auf dem Tagesgeldkonto liegt für die Berechnung der Zinsen herangezogen. Außerdem kann auf das Tagesgeld an jedem Tag zugegriffen werden, ohne Fristen oder Grenzen in der Höhe des auszuzahlenden Betrags.
Die Tagesgeld Zinsen sind selten länger als für einige Monate festgesetzt, nach dieser Laufzeit kann der Zinssatz jederzeit angepasst werden, sowohl nach oben wie nach unten. Dies ist erforderlich, da sich die Tagesgeld Zinsen am durch die Europäische Zentralbank festgesetzten Leitzins orientieren. Dies ist auch der Grund weshalb die Zinsen auf das Tagesgeld derzeit recht hoch ausfallen, denn der Leitzins wurde aufgrund der guten konjunkturellen Lage der letzten Jahre immer wieder erhöht, was sich auch positiv auf die Tagesgeldzinsen auswirkte. Derzeit sind mit Tagesgeld Zinsen bis zu 4,5% p.a. möglich, was zum Beispiel einem vielfachem dessen entspricht, was mit einem Sparbuch möglich ist. Dabei kann die letztendliche Rendite sogar noch etwas höher ausfallen, denn aufgrund der häufigeren Zinsgutschriften können die während eines Jahres gutgeschrieben Zinserträge weitere Zinseszinsen erwirtschaften. Erfolgt die Gutschrift der Zinsen auf das Tagesgeld monatlich, so erfolgen insgesamt 12 Zinsgutschriften im Jahr, wodurch sich erhebliche Zugewinne durch Zinseszinsen einstellen.
Tagesgeldkonten werden heute von fast allen Banken angeboten, sie unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Höhe der gebotenen Zinsen voneinander. Neben dem bereits erwähnten Unterschied im Intervall der Zinsgutschriften gibt es noch weitere Faktoren die man vor der Wahl eines Tagesgeldkontos beachten sollte. So verlangen manche Banken eine Mindestanlagesumme um das kostenlose Tagesgeldkonto nutzen zu können. Solche Mindestanlagen betragen mehrere tausend Euro die nicht jeder zur Verfügung hat. Gerade wenn das Tagesgeldkonto als Ersatz für das alte Sparbuch genutzt werden soll oder wenn ein Sparplan mit einer monatlichen Einzahlung genutzt werden soll, ist es wichtig zu wissen ob die jeweilige Bank eine solche Mindestanlagesumme verlangt. Kann oder will man keinen solch hohen Betrag ständig auf dem Tagesgeldkonto halten, so sollte man sich besser für ein Tagesgeldkonto ohne eine solche Mindestsumme entscheiden. Ein weiterer Punkt ist der maximal anzulegende Betrag. Auch hier setzen manche Banken Grenzen, so dass der höchste Zinssatz auf dem Tagesgeldkonto nur bis zu einer gewissen Anlagehöhe gezahlt wird. Solche Grenzen liegen je nach Tagesgeldkonto zwischen 20.000 und 500.000 Euro und fallen also immer noch relativ hoch aus. Beträge die sich darüber hinaus auf dem Tagesgeldkonto befinden, werden dann jedoch nur noch zu einem erheblich niedrigeren Satz verzinst. Soll also ein größerer Betrag auf das Tagesgeldkonto eingezahlt werden, so sollte eine eventuell vorhandene Höchstgrenze unbedingt beachtet werden, um aufgrund des dann greifenden Zinssatzes die Rendite nicht deutlich zu schmälern. In einem solchen Fall macht es Sinn sich für ein Tagesgeldkonto ohne solche Grenze zu entscheiden oder einfach mehrere Tagesgeldkonten zu nutzen.
Desweiteren ist zu beachten dass manche Banken ihre Tagesgeldkonten an weitere Produkte koppeln, so ist es in einigen Fällen nur möglich das Tagesgeldkonto zu nutzen, wenn man auch ein Depot- oder Girokonto bei dieser Bank eröffnet. Solche Konten werden heute zwar häufig ebenfalls kostenlos angeboten, doch gerade bei Girokonten gilt dies meist erst ab einem gewissen monatlichen Geldeingang. Entstehen durch ein solches weiteres Konto zusätzliche Kosten weil es eigentlich nicht benötigt wird, so sollte man auch von dem Tagesgeldkonto dieser Bank absehen. Wird ein solches Konto dagegen ohnehin benötigt oder entstehen auch bei Nichtnutzung keinerlei Kosten, so kann man die Eröffnung eines zusätzlichen Kontos durchaus in Kauf nehmen um so das gewünschte Tagesgeldkonto nutzen zu können.